Welche Versicherungen braucht man als Bauherr?

Rohbau

Rohbau Versicherungen

Je nach Größe des Bauvorhabens sollte man als Bauherr verschiedene Versicherungen haben, um ein finanzielles Fiasko während der Bauphase zu verhindern. Aber auch wenn man sich als Bauherr umfassend absichert, bleibt ein großes und unberechenbares Risiko übrig, welches nur die Baufirma selbst absichern kann: Drohende Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz. Das einzige was der Bauherr diesbezüglich unternehmen kann: sich eine Baufirma suchen, die auch entsprechend versichert ist.

Wann braucht man eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Bei größeren An- und Umbauten oder der Errichtung eines Neubaus, sollte eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Denn meistens ist der Einschluss von Bauvorhaben in der Privathaftpflicht auf eine recht geringe Versicherungssumme begrenzt. Natürlich ist der Abschluss einer Bauherrenhaftpflicht freiwillig, das Risiko, das jemanden auf oder durch die Baustelle etwas passiert, ist jedoch groß – und als Bauherr haben Sie dafür gerade zu stehen. Wer sich mal verschiedene Baustellen angesehen hat, weiß wie unübersichtlich manch eine Baustelle aussieht, nicht selten ist der Bauherr total überfordert und unter Zeitdruck und hinterlässt ein dem entsprechendes Chaos. Da werden Gruben oder Kellerschächte nicht abgedeckt, das Grundstück oder ein neu angelegter Teich nicht umzäunt, die Beleuchtung ist mangelhaft, Baumaterialien oder Dachpfannen werden auf dem Gerüst nicht gesichert, nicht jeder trägt einen Bauhelm und Sicherheitsschuhe … Und da Sie Ihre Baustelle schlecht rund um die Uhr bewachen können, bietet es sich an, dieses Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, in dem man rechtzeitig eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließt.


Auch wenn der größte Teil durch eine Baufirma durchgeführt wird, entlastet Sie das nicht von der Haftung, das gleiche gilt übrigens auch für das beliebte Schild: Betreten der Baustelle verboten – Eltern haften für Ihre Kinder!

Feuerrohbauversicherung – Warum?

Die Feuerrohbauversicherung ist der Wohngebäudeversicherung sozusagen vorgeschaltet. Denn der Bau befindet sich zumeist für mehrere Monate im Rohbau. Da gibt es noch kein Leitungswasser, Strom oder eine Heizung, Türen und Fenster. Während dieser Bauphase kann das Bauvorhaben mit einer Feuerrohbauversicherung nur gegen Feuer versichert werden. Erst mit der Bezugsfertigkeit des Gebäudes kann eine Wohngebäudeversicherung – die auch vor  Leitungswasserschäden und Einbruchdiebstahl schützt – abgeschlossen werden. Häufig ist die Feuerrohbauversicherung für eine Bauzeit von max. 2 Jahren kostenlos, wenn gleichzeitig eine Wohngebäudeversicherung mit abgeschlossen wird, die nach Bezugsfertigkeit sofort zum Tragen kommt.

Braucht man eine Bauhelferunfallversicherung?

Diese Entscheidung ist eine reine Gewissensfrage. Oft wird beim Bauen von Freunden und Verwandten geholfen, deren Hilfe auch bei der Berufsgenossenschaft angezeigt werden muss, damit Sie während der Bauphase für den Fall, dass ein Unfall passiert, abgesichert sind. Allerdings sind die Möglichkeiten der Berufsgenossenschaft begrenzt und die Leistungen nicht sehr hoch. Mit einer privaten Bauhelferunfallversicherung versorgt man seine Freunde und Verwandten mit einem bestmöglichen Versicherungsschutz, der im Zweifelsfall auch ein ganzes Leben lang vorhalten kann, für den allerschlimmsten Fall, dass jemand so schwer stürzt und im Rollstuhl landet.

Ist eine Bauleistungsversicherung sinnvoll?

Insbesondere dann, wenn es um die Neuerrichtung eines Hauses geht, macht eine Bauleistungsversicherung Sinn. Die Bauleistungsversicherung schützt vor Beschädigungen, Zerstörung und Diebstahl. Besonders beliebt, ist bei Neubauten das Stehlen von Baumaschinen und Baumaterialien. Weitere Gefahren wie Sturm, Hochwasser und Vandalismus können ebenfalls mit der Bauleistungsversicherung abgedeckt werden, damit Ihr Projekt nicht im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser fällt.


Die bisher vorgestellten Bauversicherungen können alle vom Bauherren abgeschlossen werden, doch einer ganz bestimmten sehr häufig drohenden Gefahr, kann nur vorgebeugt werden, wenn man sich für das richtige Bauunternehmen entschieden hat.

Wie beuge ich einer möglichen Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit des Bauträgers vor?

Die größte Angst des Bauherren vor einer drohenden Insolvenz des Bauunternehmens vor Fertigstellung seines Hauses kann einem nicht so einfach genommen werden. Allerdings hat hier der Bauträger die Möglichkeit, für diesen Fall vor zu sorgen. Die Baufirma kann eine sog. Baugarantie Versicherung abschließen, die in einem solchen Fall einspringen würde. Aus diesem Grund kann man jedem der beabsichtigt zu bauen, dazu raten, sich beim Bauträger dahingehend zu informieren, ob eine solche Versicherung vorliegt und wer als Firma nichts zu verbergen hat, dürfte auch bereit sein, seinem zukünftigen Auftraggeber die Police zu zeigen.

Unser Tipp: Natürlich sind die hier aufgeführten Bauversicherungen nicht kostenlos. Aus diesem Grund, sollten Sie als zukünftiger Bauherr die entsprechenden Versicherungen in Ihre Kalkulation mit einbinden. Denn hier am falschen Ende zu sparen, macht wahrlich keinen Sinn!

Vielleicht können auch Sie mit der ein oder anderen Erfahrung zu diesem Thema etwas beitragen oder dem Leser noch wichtige Hinweise dazu geben!

Autor: Tania Dählmann

Share Button

Letzte Aktualisierung am .

1 comment to Welche Versicherungen braucht man als Bauherr?

  • Die Frage „Braucht man eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?“ Ist wirklich mit Nachdruck mit „Ja“ zu beantworten. Es kann beim Bau viel schief gehen und wie die private Haftpflichtversicherung, sollte man diese Versicherung als Pflicht ansehen und nicht nur als zusätzliche Kosten die man ja auch vermeiden kann.

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>