Mitschuld bei einem Unfall mit dem Fahrrad ohne Helm

Urteile: Fahrrad fahren ohne Helm

Urteile: Fahrrad fahren ohne Helm

Fahrrad fahren, hat bei uns Deutschen einen großen Stellenwert, egal ob bei den Großen oder Kleinen. Doch der Wandel der Zeit mit der zunehmenden Dichte im Straßenverkehr, macht den aktiven Fahrradfahrern, das Leben schwer. Vorsicht ist geboten, denn….

immer mehr Gerichte geben Fahrradfahrern, die ohne einen Helm unterwegs sind, eine Mitschuld am Unfall.

Zwar ist das Tragen eines Helmes im Straßenverkehr noch keine Pflicht, aber weil fest steht, dass das Tragen eines Helmes das Verletzungsrisiko zum Teil erheblich mindern kann, wird hier an die Eigenverantwortlichkeit der Fahrradfahrer appeliert.

Die Fahrradfahrer, die noch am häufigsten einen Helm tragen, sind Kinder.

Verantwortungsbewusste Eltern trichtern Ihren Kindern ein, nicht ohne einen Helm zu fahren. Doch wie steht es mit den Erwachsenen? Viele vermeiden es aus den verschiedensten Gründen einen Helm beim Fahrrad fahren zu tragen. Sei es nun aus Bequemlichkeit, aus Kostengründen oder um das perfekte Aussehen nicht zu schmälern. Teilweise sieht man sogar Eltern zusammen mit Ihren Kindern Rad fahren, wo die Kinder vorbildhaft einen Helm tragen, aber die Eltern, die das eigentliche Vorbild sein müssten, nicht.

So etwas kann sich spätestens beim nächsten Unfall rächen. Da gibt es Fahrradfahrer, die mit einem Fußgänger oder Skater kollidieren, denen die Vorfahrt im Straßenverkehr genommen wird oder die gegen eine sich plötzlich öffnende Autotür knallen. Die Folgen können verheerend sein, zumal die Fahrradfahrer oft nicht gerade langsam unterwegs sind.

Außer den Knochenbrüchen sind am häufigsten Kopfverletzungen anzutreffen, dessen Folgen durch das Tragen eines Helmes um einiges minimiert werden können.

Aktuelle Urteile

Richter, die bei solchen Unfällen den Fahrradfahrern eine Mitschuld geben, sprechen hier von einem sogenannten Verschulden gegen sich selbst.

Als Beispiel hat das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein einer Fahrradfahrerin, die ohne Helm mit einer sich öffnenden Autotür kollidierte und sich dabei schwere Schädel-Hirnverletzungen zuzog, der einen zweimonatigen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte, eine Mitschuld am Unfall in Höhe von 20% gegeben. Die Fahrradfahrerin benötigte auch anschließend noch zahlreiche weitere Behandlungen und eine berufliche Wiedereingliederung ( OLG Schleswig Holstein, Az: 7 U 11/12, Urteil vom Juni 2013) oder OLG Saarbrücken, AZ 4 U 80/07


Radrennfahrer, die ohne Helm fahren, können Ihren Schadensersatzanspruch sogar komplett verlieren, obwohl Sie noch nicht einmal Schuld am Unfall haben müssen ( OLG Düsseldorf, 1 U 182/06). Selbst Kinder bleiben von dieser Regelung nicht verschont, wenn Sie ohne einen Helm in einen Unfall verwickelt werden.

Aktuelles Beispiel: Michael Schumacher

Solange es keine dauerhaften Schäden gibt, ist eine Anrechnung von 20% der Schuld vielleicht auch noch zu verschmerzen, aber was tun, wenn die Folgen dramatisch sind? Denn wie jüngst der Unfall von Michael Schumacher beweist, der zwar einen Skiunfall hatte, aber mit normaler Geschwindigkeit unterwegs war, kann man sich sich trotz eines Helmes schwerste Verletzungen zuziehen. Die Folgen seiner Verletzungen sind bisher noch nicht bekannt und ob er sich jemals wieder vollständig davon erholen wird, auch nicht.


Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, wird Michael Schumacher, die wahrscheinlich beste Behandlung erhalten, die man für Geld bekommen kann und anschließend werden ihm ebenfalls die besten Mediziner zur Seite stehen, um seine vollständige Genesung voran zu treiben aber falls die Befürchtungen der Ärzte zutreffen und eine schwere Hirnschädigung zurück bleiben wird – was wir jedoch natürlich nicht hoffen – hat er durch sein angehäuftes Vermögen und hoffentlich guter Versicherungen „ausgesorgt“.

Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Versicherungen, die in solchen Fällen schnelle Hilfe leisten, sind:

  • die Unfallversicherung, die bisher kein Tragen eines Helmes verlangt und bei einer bleibenden Beeinträchtigung eine Invaliditätsleistung zahlt, sowie ein Krankenhaustagegeld oder Sofortleistungen bei Schwerstverletzungen
  • die Krankentagegeldversicherung, die den Einkommensverlust ausgleicht
  • die private Krankenzusatzversicherung, die ein 1-Bettzimmer oder ein 2-Bettzimmer mit Chefarztbehandlung sicher stellt
  • die Berufsunfähigkeitsrente, die bei Berufsunfähigkeit, Ihr bisheriges Einkommen ersetzt
  • die private Pflegeversicherung, mit deren finanzieller Unterstützung eine bestmögliche Pflege oder die Unterbringung in ein Heim gesichert werden kann.

Und nicht zu vergessen, kann durch die rechtzeitige und angemessene Vorsorge auch weiterhin die private Rentenversicherung aufrecht erhalten werden, um bei bleibenden Schäden auch im Alter trotzdem noch eine angemessene Altersrente zu erhalten und um nicht auf die Grundsicherung vom Staat angewiesen zu sein.

An dieser Stelle drücken wir Michael Schumacher natürlich alle Daumen und wünschen Ihm nur das Beste für seine Zukunft und unseren Lesern wünschen wir allzeit gute Fahrt – beim nächsten Mal mit Helm!

Autor: Tania Dählmann

Wer kann weitere sinnvolle Tipps zu diesem Thema geben oder war vielleicht selbst schon einmal von so einem Fall betroffen?

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5 comments to Mitschuld bei einem Unfall mit dem Fahrrad ohne Helm

  • Mitschuld hin oder her, oft ist der Radfahrer einfach der Unterlegene im Straßenverkehr und kann nichts für einen Unfall. Die Schuld soll er aber mit tragen, das finde ich nicht in Ordnung.

  • Oh mann, das wußte ich noch gar nicht. Da sollte ich mir dann doch mal lieber einen Helm kaufen 😉

  • Ich finde das absolut in Ordnung – zwar gibt es keine Helmpflicht, jedoch schon eine ganz klare Empfehlung. Klar – man muss sich nicht daran halten. Aber das Risiko (auch für die Mitschuld) muss man dann eben tragen.

  • Ich dachte, es gibt keine Helmpflicht! Finde es eigentlich eine Frechheit, dass man da zu 20 % mit Schuld zugesprochen bekommt.

  • Lars Mittermeier

    Also ich denke am wichtigsten sind wohl eine Unfallversicherung mit Bu-Schutz, eine zusätzliche Krankenversicherung und eine Lebensversicherung. Einige gute Angebote gibt es ja online auf diversen Onlinevergleichsrechnern, wo man sich dann das passende angebot raussuchen kann.

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